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»Lokal verortet, global vernetzt« | ||
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Agenda-21-Preis: Archäologisches Spessartprojekt und Aschaffenburger Ökomarkt in der Steinmetzschule ausgezeichnet Aschaffenburg »Die besten Initiativen kommen von unten«, hat Oberbürgermeister Klaus Herzog am Samstag betont, als er zum elften Mal den Aschaffenburger Agenda-21-Preis in der Steinmetzschule verlieh. Herzog zeichnete das Archäologische Spessartprojekt und die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz aus, die den Aschaffenburger Ökomarkt organisiert.
Gerhard Ermischer und Gerrit Himmelsbach nahmen die Ehrung für das Archäologische Spessartprojekt entgegen. »Global denken und lokal handeln« - diesen Gedanken des lokalen Klimaschutzes repräsentiere der Verein in besonderer Weise, erläuterte der Oberbürgermeister. »Sie sind lokal verortet und global vernetzt«, beschrieb er die Initiative. Die europäischen Kulturwege, die in Aschaffenburg und Umgebung mit dem markanten gelben EU-Schiffchen auf blauem Grund ausgeschildert sind, sind das bekannteste Vorhaben des Vereins. Daneben gibt es unter anderem Grabungskampagnen und Forschungsarbeiten mit Hochschulen. Seit dem vergangenen Jahr ist das Archäologische Spessartprojekt ein Institut der Universität Würzburg. Bei Grabungen und Ausschilderung der Wege haben sich mehrere tausend Menschen beteiligt. »Sie fördern die Identifikation der Menschen mit der Region und das Bewusstsein für die Natur«, so Herzog. Identifikation mit der Region Der Grundgedanke des Vereins ist es, einen Bewusstseinswandel zu erreichen. »Landschaft wird immer mit dem Adjektiv ›schön‹ assoziiert«, so der Archäologe und Historiker Ermischer. Aber Landschaft sei alles - darum sparen die Kulturwege auch Müllhalden oder Industriehäfen nicht aus, so der Preisträger. Landschaft sei einem steten Wandlungsprozess unterworfen - früher und auch heute. Das zu vermitteln, hat sich der Verein zur Aufgabe gemacht. »Der Spessart ist eine alte Kulturlandschaft«, erläuterte Ermischer. »In vielen Köpfen wird der Spessart jedoch immer mit Wald, armen Menschen und Räubern gleichgesetzt«, ergänzt er schmunzelnd. Und der Wandel geht weiter. »Wir müssen uns um die gesamte Landschaft bemühen und für die Zukunft steuernd eingreifen, sonst bekommen wir eine 08/15-Gegend«, ist der Historiker überzeugt. Die Energiewende werde die Landschaft weiter verändern, Konflikte seien dabei unvermeidbar, hier gelte es zu moderieren. »Dazu brauchen wir die Menschen und nicht in erster Linie die Verwaltung«, so Ermischer. Mit dem Preisgeld will der Verein das Präsentationsmaterial aufbessern. Die Aschaffenburger Kreisgruppe des Bundes Naturschutz wurde für den Aschaffenburger Ökomarkt ausgezeichnet, der jeweils am ersten Wochenende nach den Sommerferien auf dem Marktplatz am Schloss zu finden ist. »Sie bieten ein Schaufenster für ökologische Lebensgestaltung«, lobte Herzog die Initiatoren, vertreten durch den Vorsitzenden Gerd Radl und Jutta Wolf, die vor sieben Jahren die Idee für den Markt hatte. Das Spektrum der Präsentationen auf dem Markt reicht von ökologischen Nahrungsmitteln über Natur-Kleidung zu Bio-Möbeln und Öko-Spielzeug. Dabei legt die Kreisgruppe Wert darauf, heimischen Unternehmen Gelegenheit zu gegen, sich vorzustellen und eine Plattform für die Vermarktung zu bieten. »Wir bemühen uns, zertifizierte Ökoartikel zu zeigen«, so Gerd Radl. Doch gelegentlich bekommt das regionale Produkt den Zuschlag auch ohne Bescheinigung. »Was soll der anerkannte Händler aus Mexiko auf dem Markt, wenn es ein sehr gutes Produkt aus der Region gibt, das jedoch nicht zertifiziert ist?«, fragte Radl. Herzog lobte das Format des Ökomarkts, der Information mit dem Treiben eines Wochenmarkts verbinde. »Sie sind offen für alle. Dieser soziale Gesichtspunkt darf nicht übersehen werden«, betonte Herzog. Viele könnten so für die schonend produzierten Produkte sensibilisiert werden. Die Initiatoren des Ökomarkts freuen sich jetzt schon auf den 18. September, um dann wieder mit einem Kinderprogramm, Infotafeln zur Ernährung, Musikgruppen und einem aktuellen Thema, das sich in den nächsten Wochen noch konkretisieren wird, präsent zu sein. Der Bund Naturschutz arbeitet auch noch an anderen Projekten, so dass das Preisgeld als Baustein für die Umweltbildungsstation am ehemaligen Truppenübungsplatz in Schweinheim dienen soll. Musik aus Klangsteinen Die Musik passte zum Veranstaltungsort - der Steinmetzschule. Klaus Feßmann vom Mozateum in Salzburg zauberte aus Klangsteinen sphärische Töne, auf dem elektronischen Cello begleitet von Fried Dähn von der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Hall. Ursula Krah-Will Main-Echo, 30.5.2011 |